Zum Alltag meiner Kollegen im Infocenter gehört es, Grenzpendler zu beraten, die Fragen zu sozialer Sicherung, Steuern und anderen Regelungen ihres Arbeitslandes haben.
Sylvia Witte ist eine der Beraterinnen des Infocenters. Neulich erzählte Sie mir, dass es in den Beratungen nicht immer nur um reine Sachfragen geht. Einige der Grenzpendler möchten mehr wissen über die deutsche bzw. dänische Arbeitsplatzkultur, oder sie erzählen über ihre Erfahrungen mit dem Arbeiten in einem anderen Land und mit dem Erlernen der Sprache des Landes.
Manchmal haben sie Schwierigkeiten, sich in die Kultur am neuen Arbeitsplatz hineinzufinden, auch weil sich die Umgangsformen zum Teil unterscheiden. Aber auch mangelnde Sprachkenntnisse können für einige Grenzpendler eine Barriere für die Integration am Arbeitsplatz sein. Denn die lockeren Gespräche mit Kollegen am Mittagstisch fallen weg, wenn es mit den Nachbarsprachkenntnissen hapert.
Doch auch wenn viele laut meiner Kollegin motiviert sind die Nachbarsprache zu lernen, schaffen sie es nicht immer, neben einem ausgefüllten Arbeitsalltag noch einen Sprachkurs zu belegen. Denn die Sprachkurse finden in der Regel am Abend, außerhalb der Arbeitszeit, statt. Dann sind viele Grenzpendler nicht mehr allzu motiviert nochmals die Schulbank zu drücken. Und am Wochenende geht es oft nach Hause zur Familie.
Meine Kollegin meint, dass Sprachkurse, die dichter an der Arbeitszeit liegen, den Grenzpendlern entgegenkommen würden. Das könnten z.B. Kurse in der Mittagszeit sein.
Was meinen Sie?
Sollten Sprachkurse so angepasst werden, dass die Arbeitnehmer dazu motiviert werden an Sprachkursen teilzunehmen? Oder liegt es am Einzelnen die existierenden Angebote wahrzunehmen oder auch nicht?
